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Portrait des Pferdetherapeuten Max Egli

Geschrieben von Max Egli am Montag, 24. Januar 2011 mit 0 Kommentaren

Interview des 20.02.10 von Laila Martini für animalnews.ch -Das Schweizer Magazin für Mensch und Tier

Max Egli ist Reit- und Sportpferdetherapeut und heute in Mettmenstetten, um das Pferd Chergraaf zu behandeln, das unter Verspannungen im Kiefer und im hinteren Knie leidet. Wir begleiten ihn und bekommen einen interessanten Einblick in seine Arbeit und darüber, was einen guten Pferdetherapeuten ausmacht.Max Egli hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Wie sind Sie zum Pferd gekommen? Oder wie ist das Pferd zu Ihnen gekommen?

Alles, was mit Pferden zu tun hat, ist für mich das höchste der Gefühle. Schon als Kind, wenn ich ein Pferd halten oder streicheln durfte, habe ich mich mit diesem Tier verbunden gefühlt. Mein sehnlichster Wunsch war es, bei der Kavallerie mitzumachen. Dieser Wunsch erfüllte sich dann und seitdem habe ich immer eigene Pferde gehabt und auch Pensionsställe geführt.

Und so entstand die Therapiearbeit mit den Pferden?

Nein, mein Vater hatte eine Drogerie und ich habe die ganze Drogistenlaufbahn durchlaufen, obwohl ich lieber Bauer geworden wäre. Nach der Tätigkeit im Familienbetrieb habe ich eine Stelle in der Armeeapotheke in Bern angenommen und später im Serum- und Impfinstitut. In dieser Zeit absolvierte ich die Ausbildung zum Vereinstrainer im Reiten. Gearbeitet habe ich grundsätzlich nur, um mein Hobby zu finanzieren und es eines Tages als Beruf auszuüben. Bei einem berühmten Pferdefachmann in der Schweiz habe ich dann die Chance bekommen, als Stallmeister und Reitlehrer zu arbeiten. Nach zwei Jahren entpuppte sich dieser Weg als nicht ganz befriedigend, so dass ich in eine Tierklinik im St. Gallischen wechselte. Dort betreute ich die operierten Pferde, war auch für die Nutztiere zuständig und lebte nebenbei meinen Traumjob als Bauer. Aber das wollte auch nicht klappen und so wechselte ich in die Pharmabranche, wo ich 19 Jahre als Aussendienstmitarbeiter tätig war.

Im Jahr 2000, als ich arbeitslos wurde, bekam eines meiner Pferde schwere Gesundheitsprobleme. Ich war verzweifelt und dachte, dass ich mich von diesem Pferd trennen müsse. Eines Tages empfahl mir eine Bekannte einen Physiotherapeuten, der mir Übungen und Massagetechniken zeigte, die ich täglich anwendete. Als sich der Genesungserfolg einstellte, ging mir ein Licht auf: „Mein Pferd hat mir meinen Weg gezeigt, dass meine Hände und meine Kraft dazu geeignet sind, als Pferdetherapeut zu arbeiten“.

Wie spielt sich der Sichtbefund ab?

Das Pferd wird stehend auf ebenem Boden von vorne, seitlich und hinten auf eventuelle Disharmonien der Muskulatur untersucht. Zum Beispiel, ob die Schulterhöhen gleich sind oder eine Fehlstellung der Extremitäten besteht. In der Bewegung erkenne ich, ob sich das Pferd normal bewegt. Ob es Schmerzen empfindet und dadurch versucht, die schmerzende Stelle zu entlasten. Danach ertaste ich mit den Händen das ganze Pferd und kann so mögliche Verspannungen und Problemzonen erfühlen. Erst dann beginnt die eigentliche Therapie. Am Schluss hilft ein nochmaliger Sichtbefund, um zu erkennen, ob sich durch die Therapie etwas verändert hat.

Sie bieten in Ihrem Portefeuille verschiedene Therapieformen an. Werden diese je nach Leiden entsprechend eingesetzt?

Nein, denn innerhalb einer Therapiestunde wende ich alle Formen an, die gerade helfen oder zum entsprechenden Leiden passen. Wenn sich eine Verspannung löst, kann es sein, dass ein anderes Übel zum Vorschein kommt. An diesem Punkt setze ich die Therapie komplett anders ein.

Wenn ich das so höre: Akkupressur, Dorn-Therapie oder Triggerpunkt-Therapie. Alles Behandlungsmethoden, die meine Physiotherapeutin auch anbietet. Hatten Sie speziell für Tiere oder Pferde eine angepasste Ausbildung? Oder könnten Sie damit auch Menschen behandeln?

Jein, die Methode ist selbstverständlich dieselbe, die Anatomie jedoch eine andere. Auf den Menschen übertragen könnte man das so ausdrücken, dass Pferde auf den Mittelfingern stehen und dadurch die Muskelstränge anders verlaufen, zudem besitzen sie kein Schlüsselbein. Zusätzlich braucht es bei der Therapie mit Pferden einen viel grösseren Krafteinsatz.

Sie bieten auch Stall- und Futtermittelberatung an. Wie wichtig sind diese beiden Komponenten im Gesamten Ihres Therapiepaketes?

Vielen Gesundheitsproblemen bei Pferden gehen Verhaltensprobleme voraus, die der Besitzer zum Teil als “Macken” seines Tieres eine lange Zeit toleriert. Hintergründe sind sehr oft eine nicht artgerechte Haltung und missverständliche Kommunikation mit dem Tier. Dies hat nichts damit zu tun, dass der Besitzer sein Tier vernachlässigt oder sich nicht ausreichend um sein Tier kümmert. Bei Grosstieren finden sich häufig Langeweile und ein unzweckmässiges Umfeld im Bereich des Stalls, der Koppeln und im “Arbeitspensum”.

Die richtige Ernährung ist Grundvoraussetzung für optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit eines jeden Tieres. Nur durch ausgewogenes und artgerechtes Futter mit exakt kalkuliertem Energie- und Nährstoffgehalt lassen sich Krankheiten vermeiden. So haben ältere Tiere einen geringeren Energiehaushalt und brauchen deshalb eine reichhaltigere Ernährung. Auch zahlreiche Erkrankungen können durch eine entsprechende Diät positiv beeinflusst werden.

Versuchen Sie, den Halter aufmerksam zu machen oder zu belehren?

Die Analyse umfasst auch das Kommunikationsverhalten zwischen dem Halter und dem Tier. Ziel ist eine Verbesserung des gegenseitigen Verstehens, um das Wohlbefinden sowohl des Tieres und dadurch auch das des Menschen zu optimieren. Diese Art von Kommunikation kann ich dem Halter aber nur mit grossem Feingefühl verständlich machen.

Produzieren Sie eigene Behandlungsprodukte oder Futtermittel?

Ja, ich habe zusammen mit einem Drogisten ein Basenpulver entwickelt, das speziell auf Pferde ausgerichtet ist. Zudem kommt mir meine Drogistenausbildung zugute, dank dieser steht mir ein grosses Wissen bezüglich Medikamentation und Naturprodukte zur Verfügung. Das neueste Produkt aus meiner Küche ist eine Nahrungsergänzung auf Kräuterbasis, die den optimalen Bewegungsablauf unterstützt.

Was zeichnet Sie im Vergleich zu anderen Therapeuten aus?

Ich glaube, ich unterscheide mich insofern von anderen Therapeuten, als ich die Therapien immer ganzheitlich anwende. Wie gesagt: Ernährung, Stallhaltung, das Verhalten des Halters sind entscheidende Faktoren, die zur Genesung wesentlich beitragen.

Herr Egli vielen Dank für den sehr interessanten und aufschlussreichen Einblick in Ihre Arbeit.

Link zu Originalbeitrag: Interview des 20.02.10 von Laila Martini für animalnews.ch

Ziel meiner Arbeit ist es, Ihnen und Ihrem Pferd optimale Bedingungen zur Gesunderhaltung und Leistungsentfaltung zu schaffen. Dazu stehe ich Ihnen mit meinen Fachkentnissen und Praxiserfahrung gerne zur Verfügung.

Max Egli

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